Bauchsammlerbienen (Familie Megachilidae)


Die Bauchsammlerbienen (Familie Megachilidae) gehören zu den Bienen (Apiformes, ohne Rang).

Mit mehr als 4.100 Arten und über 75 Gattungen bilden die Megachilidae die zweitgrößte Bienenfamilie. Sie ist eine recht einheitliche, gegenüber anderen Bienen gut abgrenzbare Gruppe. Die Weibchen der nichtparasitischen Arten besitzen eine Bauchbürste, das heißt, die Unterseite des Hinterleibs ist dicht bedeckt mit langen, steifen, schräg nach hinten abstehenden Haaren. Diese werden zum Sammeln von Blütenpollen als Nahrung für die Larven genutzt. Daher kommt die Bezeichnung Bauchsammler.

Der Körperbau der Bauchsammlerbienen ist meist gedrungen, vor allem bei den größeren Arten. Viele haben einen sehr breiten Hinterleib (Wollbienen, z. B. die Große Wollbiene), bei manchen ist der Hinterleib fast kugelig. Daher werden einige Bauchsammlerbienen häufig mit Hummeln verwechselt. Die kleineren Arten sind meist zylindrisch gebaut.

Vielfältige und auffällige Lebensweisen

Die Lebensweise der Bauchsammlerbienen ist sehr vielfältig. Meist werden Brutzellen in verschiedensten Hohlräumen angelegt, die Innenwände manchmal mit von Blättern abgeschabten Pflanzenfasern ausgekleidet (Wollbienen) oder mit abgeschnittenen Blattstückchen (Blattschneiderbienen). Manche Arten nisten auch in Pflanzenstängeln, in die ein Längsgang genagt wurde. Vor allem einige Arten aus den Gattungen der Mauerbienen und Blattschneiderbienen sind häufig in der Umgebung menschlicher Behausungen anzutreffen (Synanthropie) und zählen damit für Naturkundige zu den vertrauten Erscheinungen.

Die Kegelbienen (Coelioxys), benannt nach der eigentümlichen, gedrungen-breiten, aber nach hinten gleichmäßig zugespitzten Körperform, leben als Brutschmarotzer bei Blattschneiderbienen, jede Art hat dabei ihre ganz spezifischen Wirtsarten. Die Düsterbienen (Stelis) sind ebenfalls Brutschmarotzer, allerdings bei diversen Mauerbienen-Arten (Osmia) und bei Löcherbienen (Heriades).