Fazit zur UN Biodiversity Conference: Enttäuschend!

Am 19. Dezember 2022 ging die UN Biodiversity Conference im kanadischen Montreal zu Ende. Die „Abschlusserklärung“ enthält Vorsätze und Zielsetzungen zum Schutz der Biodiversität. Sind diese richtig und ausreichend? Nein!

Die beteiligten Staaten verständigten sich beispielsweise darauf,

✅ dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz gestellt werden sollen.

❎ Allerdings ist nicht beschrieben, wie dieser Schutz im Einzelfall erfolgen soll.

✅ Weitere 30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen renaturiert werden.

✅ Die Gefährdung der Umwelt durch Pestizide soll bis 2030 halbiert werden.

❎ Wie das genau funktionieren soll, bleibt offen.

❎ Weiterhin soll die Rate, mit der Arten aussterben, bis 2050 auf ein Zehntel verringert werden.

➡️ Ich sage: Richtig wäre es, jegliches Artensterben verhindern zu wollen! Zumindest sollte das erklärtes Ziel sein. Es geht um Symbolkraft, auch wenn nicht alles erreichbar ist.

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet in ihrer Online-Ausgabe, dass nach Angaben des Bundesumweltministeriums in der Bundesrepublik Deutschland das 30-Prozent-Ziel längst erreicht sei. Demnach seien in Deutschland 45 Prozent der Meeresflächen geschützt. An Land liege die Quote – wenn man Landschaftsschutzgebiete einbeziehe – ebenfalls deutlich über 30 Prozent, erläuterte laut Welt.de ein Ministeriumssprecher.

➡️ Ich sage: Das ist ein übler Witz! Landschaftsschutzgebiete sind überhaupt keine Garanten für den Erhalt der Biodiversität, ganz im Gegenteil. In diesen Gebieten mit vergleichsweise sehr geringem Schutzstatus ist die konventionelle Bewirtschaftung in aller Regel uneingeschränkt erlaubt. Beispielsweise darf auf Wiesen im Landschaftsschutzgebiet Gülle ausgebracht werden.

Außerdem ist es ein Widerspruch, dass die Bundesregierung einerseits den Ausbau von Windparks an Land und auf dem Meer vorantreibt, andererseits aber vom Schutz von Land- und Meeresflächen spricht. Namhafte Umweltschutzverbände wie BUND, NABU und die Naturfreunde Deutschlands haben zur Genüge darauf aufmerksam gemacht, dass die Erschließung von Flächen für Windkraftanlagen zumeist einem Erhalt der Biodiversität entgegensteht.

// Sven Hähle